Klassisch oder agil? Warum die eigentliche Frage lautet: Wie bringen wir beides in ein Tool?

Situation

Kaum ein Unternehmen arbeitet heute noch nach einer einzigen Projektmanagement-Methode. Bis Ende 2026 sollen laut Expertenschätzungen rund 60 % aller Projekte hybride Methoden nutzen – eine bewusste Kombination aus klassischen Ansätzen wie dem Wasserfallmodell und agilen Frameworks wie Scrum oder Kanban.

Das hat einen einfachen Grund:

Unterschiedliche Projektphasen stellen unterschiedliche Anforderungen. Ein Softwareprojekt etwa braucht in der Konzeptphase strukturierte Planung mit klaren Meilensteinen, in der Entwicklung dagegen agile Sprints, und bei der Einführung wieder feste Termine und Verantwortlichkeiten. Auch über Teams hinweg zeigt sich das Bild:

Die Produktentwicklung arbeitet oft agil, während die Steuerung des Gesamtportfolios klassisch gesteuert wird.

Die Methodenvielfalt ist also kein Zeichen von Uneinigkeit, sondern eine sinnvolle Antwort auf reale Komplexität.

Problem

Die Herausforderung entsteht nicht durch die Methodenvielfalt selbst, sondern durch ihre technische Abbildung. In der Praxis heißt das oft: ein Tool für die klassische Planung, ein anderes für Sprints und Boards, dazu Excel-Listen für alles, was dazwischen liegt.

Eine Studie zeigt es deutlich: Viele Teams verlieren Wochen oder sogar Monate, weil sie versuchen, an einer einzigen Projektmanagement-Methode festzuhalten, obwohl ihr Projekt eigentlich verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Anforderungen durchläuft. Wird stattdessen für jede Methode ein eigenes Tool genutzt, entsteht ein neues Problem – fragmentierte Daten statt fragmentierter Prozesse.

Typische Symptome:

  • Fortschritt aus dem agilen Board lässt sich nicht direkt mit dem klassischen Projektplan abgleichen
  • Ressourcenauslastung wird in mehreren Systemen getrennt erfasst – ein konsolidierter Blick fehlt
  • Reporting an Management oder Kunden erfordert manuelles Zusammenführen mehrerer Datenquellen
  • Teams, die je nach Methode ein anderes Tool nutzen, arbeiten faktisch in getrennten Informationswelten

Das eigentliche Ziel – Struktur und Flexibilität gemeinsam nutzbar zu machen – wird so technisch konterkariert, statt unterstützt.

Auswirkung

Was bedeutet dieser Zustand auf Dauer für Organisationen, die hybrid arbeiten wollen, aber technisch fragmentiert bleiben?

Zunächst verschwindet genau der Vorteil, den hybrides Arbeiten eigentlich bringen soll. Wenn Erfolgsraten bei hoher Methoden-Agilität laut PMI-Daten bei 68–72 % liegen, bei niedriger Agilität dagegen nur bei 41–51 %, dann hängt dieser Unterschied maßgeblich davon ab, ob Methoden tatsächlich sauber ineinandergreifen – nicht nur nebeneinander existieren.

Zusätzlich entsteht ein struktureller Kommunikationsaufwand:

Wenn jede Abteilung ihre eigene Werkzeuglandschaft pflegt, muss Information manuell zwischen den Systemen übersetzt werden. Genau das gilt als einer der zentralen Gründe für das Scheitern von Projekten – Kommunikationsmanagement wird dabei als ebenso entscheidend eingestuft wie Kostenschätzung, Zieldefinition oder Risikoanalyse.

Und schließlich fehlt der Führungsebene eine verlässliche Gesamtsicht:

Wenn Portfolio-Steuerung auf klassischen Daten basiert, operative Teams aber in einem separaten agilen Tool arbeiten, entstehen zwei parallele Wahrheiten über denselben Projektstatus.

Nutzen der Lösung

Was verändert sich, wenn unterschiedliche Planungsmethoden nicht nebeneinander, sondern integriert in einem gemeinsamen Softwaretool abgebildet werden?

  • Ein gemeinsames Datenmodell – Fortschritt aus agilen Boards und klassische Meilensteinplanung fließen in denselben Projektstatus ein, statt manuell zusammengeführt werden zu müssen
  • Durchgängige Ressourcensicht – Auslastung lässt sich über alle Methoden und Projektphasen hinweg konsolidiert betrachten
  • Konsistentes Reporting – Management und Kunden erhalten eine Sicht auf das Projekt, unabhängig davon, mit welcher Methode einzelne Teilbereiche gesteuert werden
  • Methodenfreiheit ohne Datenbruch – Teams können die für ihre Projektphase passende Methode wählen, ohne dass dadurch neue Informationssilos entstehen

Der entscheidende Erfolgsfaktor ist damit nicht die Wahl der „richtigen“ Methode – die es ohnehin nicht universell gibt. Entscheidend ist, ob die eingesetzte Software in der Lage ist, unterschiedliche Vorgehensmodelle so zu integrieren, dass am Ende ein einheitliches, verlässliches Bild des Projekts entsteht.

Die Frage, die sich für jede Organisation stellt: Ermöglicht unsere aktuelle Tool-Landschaft echte methodische Flexibilität – oder erzwingt sie stillschweigend eine einzige Methode, weil das Tool es nicht anders vorsieht?

KLUSA unterstützt hybride Ansätze, so dass sowohl klassisch (z.B. Meilensteine) als auch mit agilen Teams (z.B. Aktivitäten, Sprints) im selben System gearbeitet werden kann.


Wie gehen Sie in Ihrer Organisation mit der Integration unterschiedlicher Planungsmethoden in Ihrer Projektsoftware um? Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen in den Kommentaren.

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